Im Oktober 2026 tauchte auf GitHub ein Projekt auf, über das fast alle reden, die einen Server betreiben oder einfach Java Edition spielen: Horizon – Minecraft Java 26.3, neu geschrieben in Rust. Das ist weder ein Mod noch eine weitere Server-Software wie Paper, sondern das komplette Spiel von Grund auf neu: Client, Weltlogik, Weltgenerierung und ein eigener Server – alles ohne Java. Hier liest du, was Horizon schon kann, woher die auffälligen Zahlen zu FPS und RAM kommen, wo die Haken liegen und ob du deshalb an deinem Server etwas ändern solltest.
Was Horizon ist
Horizon ist ein inoffizielles Open-Source-Projekt unter MIT-Lizenz. Gestartet hat es der Entwickler Ludovic Marie; schnell kamen Hunderte Mitwirkende dazu, und das Repository sammelte innerhalb weniger Wochen Tausende Sterne. Das Ziel klingt einfach: Minecraft Java Edition 26.3 Regel für Regel nachbauen, aber als natives Rust-Programm, das keine Java-VM braucht.
Wichtig ist, was Horizon nicht ist:
- Kein Crack und kein Ersatz für den Kauf. Im Projekt steckt weder Code noch Texturen noch Sounds von Mojang. Der Launcher meldet sich mit einem Microsoft-Konto an, auf dem Java Edition gekauft ist, und baut die Ressourcen aus deiner installierten Kopie (offizieller Launcher, Prism, MultiMC) – oder lädt 26.3 für dein Konto bei Mojang herunter.
- Kein Mojang-Produkt. Die Autoren schreiben klar, dass Horizon weder von Mojang noch von Microsoft genehmigt ist oder mit ihnen in Verbindung steht.
- Kein Fork des Java-Codes. Die Logik wird neu geschrieben; laut dem Hauptentwickler schreiben KI-Agenten den Großteil des Codes, und jede Änderung durchläuft automatische Prüfungen und einen Abgleich mit dem Vanilla-Spiel.
Code und Anleitungen findest du im GitHub-Repository des Projekts. Anfang November 2026 steht es bei Versionen 0.2.x plus Nightly-Builds – rechne also mit sehr häufigen Updates.
Wie geprüft wird, dass es dasselbe Minecraft ist
Die erste Frage an jedes „Minecraft in einer anderen Sprache“ lautet: Überleben Farmen, Redstone und die gewohnte Weltgenerierung den Umzug? Horizons Antwort sind Differenztests: Dieselben Eingaben gehen an das Vanilla-Spiel und an die Rust-Version, danach werden die Ergebnisse verglichen. Davon gibt es bereits mehrere Hundert, und sie sind nicht klein:
- Weltgenerierung: 2.352 komplette Chunks an 225 Strukturstandorten;
- natürliches Mob-Spawning: 15.500 Fälle, Mob-KI: 92 Szenarien, Raids und Patrouillen: 1.900;
- Befehle: 758 Befehle mit 39.685 Eingaben;
- Werfer: 6.000 Fälle, Crafter: 4.000, Sculk-Familie: 435 Szenarien.
Auf der Projektseite prangt das Abzeichen „Vanilla parity 100%“, doch die Autoren sagen offen, dass damit 100 % dessen gemeint sind, was die Tests vergleichen – keine Garantie, dass sonst nichts abweicht. Bekannte Probleme werden separat geführt, und Spieler finden weiterhin Unterschiede: So erscheinen fremde Skins manchmal als Standard-Skin, und in Item-Tooltips fehlen Attributzeilen.
Horizon öffnet Vanilla-Spielstände unverändert und aktualisiert Welten von 1.8 bis 26.2 genauso wie Vanilla – und ein Welt-Upgrade geht nur in eine Richtung. Öffne in Horizon also nie die einzige Kopie einer wichtigen Welt: Lade die Welt per SFTP vom Server herunter und experimentiere mit der Kopie. Stammt die Welt von Paper, denk daran, dass Paper Nether und End in eigenen Ordnern world_nether und world_the_end speichert – wie beim Umzug von Paper zu Vanilla müssen sie zurück in die Vanilla-Struktur.
Was in Horizon schon funktioniert
- Spiel: Überleben, Kreativ, Hardcore und Zuschauer; Vanilla-Weltgenerierung in allen drei Dimensionen; Mobs, Dorfbewohner, Raids, Redstone, alle Befehle, HUD und Rezeptbuch.
- Multiplayer: Beitritt zu Vanilla- und Horizon-Servern, auch mit Kontoprüfung (Online-Mode). Frühe Versionen kamen nur auf Server ohne Prüfung, hier hat sich viel getan. Eine Welt lässt sich fürs LAN öffnen, Freunde lädst du per Code aus dem Launcher ein.
- Grafik: Fernsicht bis 1.024 Chunks, HDR, Grafik-Presets und Controller-Unterstützung. Alles, was den Vanilla-Look verändert, ist standardmäßig aus.
- Packs: Ressourcenpakete, Datenpakete und Shader.
- Plattformen: Windows (x64 und Arm), macOS auf Apple Silicon und Intel, Linux x86-64.
Ein spannendes Detail ist horizon-ctl: Das Tool gibt den Spielzustand als JSON aus und kann wie ein Spieler handeln, auch über das MCP-Protokoll. Horizon ist also von Anfang an darauf ausgelegt, von Skripten und KI-Agenten gesteuert zu werden.
Wie viel schneller es ist: Zahlen und Einschränkungen
Die neuesten Messungen hat das Team am 29. und 30. Oktober 2026 mit Version 0.2.97 gemacht: Windows 11, Ryzen 7 9800X3D, RTX 5080, Fenster mit 1280×720, VSync aus, drei Durchläufe pro Wert. Die Tabelle zeigt mittlere FPS über vier Szenen, in Klammern das langsamste 1 % der Frames.
| Sichtweite | Horizon 0.2.97 | Vanilla 26.3 | Vanilla mit Mods |
|---|---|---|---|
| 8 Chunks | 3.289 (1.327) | 2.437 (640) | 2.375 (709) |
| 16 Chunks | 2.074 (598) | 1.661 (375) | 1.586 (432) |
| 32 Chunks | 1.207 (333) | 1.031 (176) | 879 (264) |
„Mit Mods“ heißt Vanilla mit Sodium, Lithium, FerriteCore und ImmediatelyFast – ein typisches Optimierungs-Set (zu einem davon haben wir einen eigenen Artikel über den Lithium-Mod). Neben den FPS nennt das Team 2,9–3,2 s bis zum Hauptmenü gegenüber 7,5–7,7 s bei Vanilla, 2,9- bis 3,8-mal schnelleres Chunk-Laden und 1,1–1,7 GB RAM im Spiel statt 1,9–2,9 GB.
Jetzt die Einschränkungen, ohne die man diese Zahlen leicht falsch versteht:
- Alle Messungen stammen vom Team selbst, auf wenig Hardware. Unabhängige Tests gibt es bisher kaum.
- Vor Kurzem sah das Bild noch anders aus. Ende Oktober schaffte Vanilla auf einer RTX 4080 bei 32 Chunks Sichtweite rund 849 FPS, Horizon 672. Auf einem alten Laptop mit Core i7-7500U brauchte Horizon weniger RAM (797 MB statt 2 GB) und lieferte mehr FPS, lud Chunks nach einem Teleport aber langsamer: 60 Sekunden statt 47.
- Rust allein macht ein Spiel nicht um ein Vielfaches schneller. Der Gewinn hängt von Subsystem, Threads, Treibern und Grafikkarte ab. Bei 32 Chunks ruckelt Horizon stellenweise noch: Die langsamen Frames entstehen durch Spielticks, während Chunks laden.
Ein Server ohne Java: was horizon-server ist
Für Serverbetreiber ist an Horizon nicht die FPS-Zahl am spannendsten, sondern horizon-server. Das ist ein Minecraft-26.3-Server als ein einziges natives Programm: ohne Java, mit einer Einstellungsdatei server.toml, einem Web-Panel und eingebauten Backups. Beitreten können sowohl Horizon-Spieler als auch normale Clients der Java Edition 26.3.
So funktioniert es:
- Zur Vorbereitung brauchst du deine eigene Kopie von Minecraft 26.3 (einmal gestartet), Java 25 und die
server.jarvon 26.3 – daraus baut das Toolhorizon-preparedie nötigen Dateien. Danach läuft der Server selbst ohne Java. horizon-server initfragt nach EULA, Weltname, Seed, Port, Whitelist und erstem Operator;startstartet den Server im Hintergrund,statuszeigt TPS, MSPT, Spieler und RAM.- Ein Vanilla-Serverordner funktioniert unverändert: Welt,
ops.jsonund Whitelist bleiben in den Vanilla-Formaten. - Automatische Backups laufen alle 6 Stunden, die letzten 12 bleiben erhalten. Ein Update legt vorher ein Backup an und rollt zurück, wenn die neue Version nicht startet.
- Der Standardport ist 25565. Das Web-Panel lauscht nur auf der lokalen Adresse, und die Autoren raten ausdrücklich davon ab, es ins Internet zu stellen.
Ein offizielles Docker-Image gibt es noch nicht; Installationsskripte gibt es für Linux x86-64, macOS und Windows.
Server-Zahlen: beim RAM vorn Horizon, bei den Ticks noch Paper
Den Server-Benchmark hat das Team auf einem Laptop-Core-i7-7500U mit vier Threads gefahren: 1 bis 50 Bots liefen herum, erkundeten die Welt und standen am Spawn, die Bots selbst liefen auf einem anderen Rechner. Verglichen wurde Horizon mit Vanilla 26.3, Paper und Fabric mit Lithium; die Java-Server bekamen 4 GB Heap.
| Kennzahl | Horizon | Java-Server |
|---|---|---|
| RAM, 1 bis 50 Spieler | 0,7–1,1 GB | 3,4–4,5 GB |
| Start bis betriebsbereit | 8–9 s | Vanilla ~15 s, Fabric ~17 s, Paper 19–22 s |
| Durchschnittlicher Tick | länger als bei Paper | bei Paper bei jeder Spielerzahl am kürzesten |
| 50 Spieler | 20 TPS | Paper 20 TPS, Fabric mit Lithium 17 TPS, Vanilla vom Watchdog gestoppt |
Noch zu den Ticks: Fabric mit Lithium war bei 1 und 10 Spielern schneller als Horizon, Horizon dagegen schneller als Vanilla und ab 25 Spielern auch schneller als Fabric. Ab 10 Spielern hatte Horizon die kürzesten langsamsten Ticks der vier und verbrauchte am wenigsten CPU.
Wie man das liest: Der RAM-Unterschied beeindruckt, aber der Verbrauch eines Java-Servers hängt stark davon ab, wie viel Heap er bekommt – die JVM belegt gern, was ihr zusteht. 3,4–4,5 GB heißt also weniger „so viel braucht Paper“ als „so viel durfte Paper nehmen“. Wie viel RAM Paper für deine Last wirklich braucht, erklären wir im Artikel zum RAM für einen Paper-Server. Für Spieler zählt vor allem der Tick: Passt er nicht in 50 ms, laggt der Server, egal wie viel RAM er hat. Hier liegt Paper noch vorn – wie du die Ticks im grünen Bereich hältst, liest du in unserem Guide zum Verbessern der TPS.
Und noch ein Detail: Getestet wurde auf einer einzigen CPU und mit Bots, nicht mit echten Spielern, die Farmen bauen, Redstone laufen lassen und mit Elytren in alle Richtungen davonfliegen.
Was fehlt: Fabric- und Forge-Mods, Paper-Plugins
Das ist die größte Einschränkung. Horizon ist kein Java, deshalb laufen darin keine Java-Mods: weder Fabric noch Forge noch NeoForge. Aus demselben Grund laufen auf horizon-server keine Plugins für Paper, Spigot und Purpur – auch sie sind Java-Code für die Bukkit-API, die es in Horizon nicht gibt.
Das Projekt hat ein eigenes Mod-System:
.hmod– Content-Mods ohne Code: Blöcke, Items, Rezepte, Modelle und Texturen;.hnmod– native Rust-Mods, die der Launcher selbst kompiliert.
Der Launcher kann Modpacks importieren (Modrinth-.mrpack, CurseForge-Archive, Prism-Instanzen), übernimmt daraus aber nur Daten und Assets – den Java-Code der Mods führt er nicht aus. Eine API für serverseitige Mods, die Spielregeln und Events ändern, entsteht gerade erst. Mods sind in Horizon standardmäßig aus.
Das Fazit ist einfach: Hängt dein Server an Plugins (Regionsschutz, Economy, Rechte, Minigames) oder an einem Modpack, ersetzt Horizon dir aktuell weder Paper noch Forge. Wie du die passende Server-Software wählst, erklären wir im Vergleich Paper gegen Vanilla.
Kann man mit Horizon auf einem normalen Server spielen?
Laut Doku ja: Horizon verbindet sich mit Vanilla-Servern auf 26.3, auch mit Kontoprüfung. Paper und Purpur sprechen mit dem Client dasselbe Protokoll wie Vanilla, also sollte ein Horizon-Spieler dort genauso joinen können. Die einzige Bedingung ist die Version: Horizon bildet genau 26.3 nach, der Server muss also auf 26.3 laufen (oder ein Plugin wie ViaVersion nutzen, das Clients reinlässt, die neuer als der Server sind).
Meldet ein Horizon-Spieler Merkwürdigkeiten – falscher Skin bei Mitspielern, fehlende Tooltip-Zeilen, ungewohntes Menüverhalten –, bitte ihn, mit dem normalen Launcher zu joinen. Ist dort alles in Ordnung, liegt es an Horizon und nicht an deinem Server: Das Projekt ist jung, und Abweichungen vom Vanilla-Spiel werden noch gefunden.
Lohnt sich Horizon statt Paper?
Für einen öffentlichen oder einfach aktiven Server noch nicht. Die Gründe:
- Es gibt keine Plugins und keine Java-Mods, und ohne sie kommt kaum ein Server mit mehr als ein paar Freunden aus;
- im Server-Benchmark hatte Paper bei jeder Spielerzahl den kürzeren durchschnittlichen Tick;
- das Projekt ist erst wenige Wochen alt, Versionen erscheinen fast täglich, und die Übereinstimmung mit Vanilla ist nur so weit garantiert, wie die Tests reichen;
- jeder Server braucht Dateien, die aus einer lizenzierten Kopie des Spiels gebaut werden – das bedeutet zusätzliche Handarbeit bei Umzügen und Updates.
Spannend ist Horizon schon jetzt als Experiment: eine kleine Vanilla-Welt für dich und ein paar Freunde auf dem eigenen PC oder einem VPS, wenn schneller Start und wenig RAM wichtig sind und Plugins nicht. Im Auge behalten solltest du das Projekt auf jeden Fall: Wenn die API für Server-Mods reift und die Ticks zu Paper aufschließen, sieht die Sache ganz anders aus.
Für einen typischen Server auf 26.3 sieht das funktionierende Setup heute so aus: Paper auf dem Server (eingestellt mit unserem Guide zu den Paper-Configs), und die Spieler joinen mit dem Client, den sie mögen – Vanilla oder Horizon.
Bei Elysium ist Minecraft Horizon ein eigenes Spiel auf der Bestellseite: horizon-server in Version 26.3 installiert und startet sich selbst, spielbereit. Brauchst du Plugins oder Mods, nimm Minecraft Java: Paper, Purpur, Vanilla, Fabric, Forge oder NeoForge – auf 26.3 und anderen Versionen. Die Server laufen auf Ryzen 9 7900X mit bis 5,6 GHz und NVMe in Frankfurt, mit nächtlichem automatischem Backup und DDoS-Schutz. Beide Spiele haben dieselben Tarife ab 1 €/Monat (Starter, 1,3 GB – ein Testserver für 1–2 Spieler), und Core mit 2 GB für 2,50 €/Monat ist für eine Gruppe von bis zu 5 Spielern gedacht. Schau dir die Minecraft-Horizon-Tarife oder die Minecraft-Java-Tarife an.